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"Großmutters Haus", 2021
Papier, Aquarell, 40 x 50 cm
Das ist das echte Haus meiner Oma. Heutzutage sagt man modisch „authentisch“ dazu. Ich habe es aus dem Gedächtnis gemalt, weil ich es so zum letzten Mal gesehen habe, als meine Oma noch lebte. Es ist ein bisschen comicartig geworden, aber als ich es mit 45 Jahren malte, war ich überzeugt (und bin es auch jetzt noch), dass es genau so aussah. Das ist die kindliche Wahrnehmung. Wir erinnern uns nicht an die Ereignisse und Objekte selbst, sondern an unsere Erinnerungen an sie. Ja, wir erinnern uns an Erinnerungen.
Ich bin sicher, dass sogar die Blätter des Walnussbaums so klar und, man könnte fast sagen, wie ausgeschnitten aussah. Und obwohl jeder weiß, dass es keine zwei gleichen Blätter auf der Welt gibt, kann ich sagen, dass die Form eines Walnussblattes makellos ist, und in der kindlichen Wahrnehmung sieht sie genau so aus.
Ich wünsche mir hier nicht noch mehr Realismus. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Erinnerungen maximal realistisch wiedergegeben habe. Und am realistischsten sind die Schatten am Zaun und an der Wand der Veranda. Aber das Wichtigste ist das Sonnenlicht. Es ist wie ein Wortassoziationsspiel:
Sommer – Sonne
Mittagessen – Borschtsch
Vater – Verbot und Strafe
Sonne – blauer Himmel und dunkle Schatten
Borschtsch – Oma
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