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"Sonnenstrahl", 2014
Preisträger des internationalen Skulpturenwettbewerbs in Rom.
Ich halte nicht viel von Werken der zeitgenössischen Kunst, die erst erschaffen und erst im Nachhinein irgendwie benannt werden. Meiner Meinung nach liegt der Wert und die Qualität eines Werkes in der Offenbarung einer Idee – darin, wie talentiert und virtuos der Autor seine Absicht im Material verkörpern konnte. Wenn man verschiedene Kunstwerke überhaupt vergleichen kann, dann genau nach diesem Maßstab.
Natürlich kann seine Majestät, der Zufall, in die Arbeit eines Künstlers eingreifen. Doch wenn ich bewusst einen zufälligen Fleck oder Abdruck als ein vollendetes Werk ausgebe – wo bleibt dann der Dialog? Wo ist die Sprache der Kommunikation oder das Instrument, um den Betrachter zu erreichen?
Man könnte sagen: „Dieser Fleck ist wunderschön, ich möchte ihn mit der Welt teilen“ oder „Er drückt aus, was ich fühle“, aber wo ist der Weg dorthin?
Wenn man ein Meisterwerk betrachtet und versteht, wie es entstanden ist, wie der Autor geatmet hat, wie er „flog“, dann lässt man sich inspirieren, man lernt und wird für einen Moment zum Miturheber. Das erfüllt einen und hebt einen vom Boden ab. Ein bloßer Zufall hingegen kann höchstens für einen Moment bezaubern.
Doch manchmal möchte man einfach etwas Nicht-Konzeptuelles schaffen, etwas, das einfach entstehen will. Es kann eine unbenannte Emotion sein. Nicht erzwungen, nicht qualvoll erarbeitet, sondern eine, die unabsichtlich gereift ist und sich ihren Weg in die Freiheit gebahnt hat.
So ist mein „Sonnenstrahl“. Ich möchte ihn nicht weiter kommentieren. Hier ist nichts versteckt, alles ist aufrichtig und schlicht.
Wer ist das Modell? Es gibt kein reales Vorbild. Ich könnte es als mein emotionales Selbstporträt bezeichnen, das keine anatomische Ähnlichkeit anstrebt. So fühle ich mich, wenn ich in die Frühlingssonne blicke.
Diese Arbeit ist in der Lage, selbst bei trübem Wetter eine sonnige Stimmung zu erzeugen. Sie überträgt ihr Gefühl auf den Betrachter, der nicht gleichgültig bleiben kann und dem Zauber der Unbeschwertheit erliegt.
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